AUDI


Audi ist heftig vom Abgasskandal betroffen. Das gilt sowohl für Fahrzeuge mit den kleineren Dieselmotoren bis 2 Liter Hubraum des Typs EA 189 als auch für die großvolumigeren Modelle mit 3-Liter-V6-Dieselmotor bzw. 4,2 Liter Hubraum. In beiden Fällen können betroffene Audi-Kunden Schadensersatzansprüche schlüssig darlegen. Fast alle Landgerichte und Oberlandesgerichte haben das inzwischen bestätigt.

Audi mit dem Motor EA 189

Als der VW-Abgasskandal im Herbst 2015 in den USA aufflog, war davon auch Audi betroffen. Denn der Dieselmotor des Typs EA 189 der Konzernmutter VW wurde auch bei zahlreichen Audi-Modellen der Abgasnorm Euro 5 verwendet. Von unzulässigen Abschalteinrichtungen sind 1,2-Liter, 1,6-Liter und 2,0-Liter Dieselfahrzeuge der Baujahre 2008 bis 2015 betroffen. Das Kraftfahrt-Bundesamt hat unter dem Code 23Q7 einen Rückruf für die Modelle angeordnet.

Im Einzelnen betroffen sind:
• Audi A1
• Audi A3
• Audi A4
• Audi A5
• Audi A6
• Audi Q3
• Audi Q5
• Audi TT

Vergleich im VW-Musterverfahren

Viele der betroffenen Audi-Kunden haben sich auch dem VW-Musterverfahren angeschlossen und erhalten ein Vergleichsangebot. Ob sich das Vergleichsangebot lohnt, ist eine Frage des Einzelfalls. In vielen Fällen ist für den Verbraucher sicher eine höhere Entschädigungssumme möglich. Sie können den Vergleich auch ablehnen. Rechtsanwalt Dr. Ingo Gasser berät sie gerne zu ihren Möglichkeiten.

Verjährung bei Fahrzeugen mit dem Motor EA 189

Teilnehmer an der VW-Musterfeststellungsklage, die den Vergleich nicht annehmen, sondern rechtzeitig aussteigen, können ihre Schadensersatzansprüche individuell noch mindestens bis zum 20. Oktober 2020 geltend machen. Gleiches gilt für die Musterkläger, die kein Vergleichsangebot erhalten haben.

Grundsätzlich ist im Abgasskandal die dreijährige kenntnisabhängige Verjährungsfrist anzuwenden. Strittig ist, wann die Kenntnis der geschädigten Verbraucher über ihre Ansprüche vorausgesetzt werden kann. Viele Gerichte gehen davon aus, dass die Kenntnis mit dem Rückrufschreiben erlangt wurde. Den Rückruf haben die meisten Geschädigten im Laufe des Jahres 2016 erhalten, so dass die Ansprüche dann Ende 2019 verjährt wären. Für Geschädigte, die dem Musterfeststellungsverfahren beigetreten sind, war die Verjährung für diesen Zeitraum gehemmt – die Uhr lief schlicht nicht weiter. Diese Geschädigten haben somit nach Austritt aus dem Vergleich noch die Möglichkeit, ihre Ansprüche individuell durchzusetzen.

Audi mit dem Motor EA 897

Bei den von Audi gebauten 3-Liter-Dieselmotoren gab es schnell den Verdacht, dass auch hier unzulässige Abschalteinrichtungen verwendet wurden. Der Verdacht bestätigte sich 2018 als das Kraftfahrt-Bundesamt diverse Audi-Modelle mit diesem Motor unter dem Code 23X6 zurückrief. Betroffen sind auch Fahrzeuge des A8 und Q7 mit 4,2-Liter-Dieselmotor.

Betroffen sind:
• Audi A4
• Audi A5
• Audi A6
• Audi A7
• Audi A8
• Audi Q5
• Audi SQ5
• Audi Q7

Durch die Verwendung einer unzulässigen Abschalteinrichtung weisen diese Fahrzeuge einen Mangel auf, der sich auch durch ein Software-Update nicht beseitigen lässt. Der BGH hat bereits Anfang 2019 klargestellt, dass eine unzulässige Abschalteinrichtung einen Sachmangel darstellt und die Kunden Anspruch auf Ersatz haben.

Ähnlich wie bei Fahrzeugen mit dem Motor EA 189 haben Gerichte inzwischen auch bei Fahrzeugen mit den 3-Liter-V6-Motoren entschieden, dass die Käufer vorsätzlich sittenwidrig geschädigt wurden und Anspruch auf Ersatz haben.

Audi mit der Abgasnorm Euro 4

Im Herbst 2019 wurde bekannt, dass auch schon bei Audi-Modellen mit 2,7- und 3-Liter-Dieselmotoren der Abgasnorm Euro 4 eine unzulässige Abschalteinrichtung verwendet wurde. Auch hier hat das KBA einen Rückruf angeordnet. Betroffen sind Modelle des A4, A6 und A8 der Baujahre 2003 bis 2009.

„Das zeigt, dass die Abgasmanipulationen bei Audi weit zurückreichen. Betroffene Kunden müssen sich das nicht gefallen lassen und können Schadensersatzansprüche geltend machen“, sagt Rechtsanwalt Dr. Ingo Gasser.

Audi mit dem Motor EA 288

Der Dieselmotor EA 288 ist der Nachfolgemotor des durch Abgasmanipulationen bekannt gewordenen Motors EA 189. Inzwischen verdichten sich Hinweise, dass auch bei diesem Motor eine unzulässige Abschalteinrichtung verbaut wurde. Das Landgericht Duisburg hat unter dem Aktenzeichen 1 O 231/28 einem Kläger bereits Schadensersatz zugesprochen. Das Gericht entschied, dass in dem VW Golf VII des Klägers eine unzulässige Abschalteinrichtung verbaut wurde und VW zum Schadensersatz verpflichtet ist. Bestätigt sich der Verdacht einer unzulässigen Abschalteinrichtung, können auch bei diesen Fahrzeugen Schadensersatzansprüche geltend gemacht werden.

Der Motor EA 288 wurde in Audi-Modellen mit 1,4, 1,6 und 2,0 Litern Hubraum verbaut. Betroffen sind folgende Modelle:
• A1
• A3
• A4
• A5
• A6
• Q3
• Q5
• TT

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