Volkswagen – Der Abgasskandal von A – Z

Nahezu alle Modelle der Diesel-Flotte sind vom Abgasskandal betroffen

Nahezu alle Modelle der Diesel-Flotte sind vom Abgasskandal betroffen

Der Volkswagen-Abgasskandal trifft nach heutigen Erkenntnissen alle Diesel-Fahrzeuge die in den Schadstoffklassen 5 und 6 seit etwa 2008 gebaut wurden. Ob auch Fahrzeuge der Schadstoffklasse 4 betroffen sind, lässt sich nicht glasklar belegen, es spielt aber auch nicht wirklich eine Rolle, da die Emissionsgrenzwerte im Produktionszeitraum von allen Herstellern und für alle Modele gut erreichbar waren, und Manipulationen schlichtweg keinen Sinn gemacht hätte.

Schadensersatzansprüche bis Ende 2019 geltend machen

Unabhängig von der Musterfeststellungsklage gegen VW können Schadensersatzansprüche gegen VW auch weiterhin individuell geltend gemacht werden. Allerdings sollten durch den Abgasskandal geschädigte Autokäufer jetzt handeln. Denn am 31.12.2019 droht die Verjährung vieler Ansprüche, z.B. wenn erst in 2016 Rückrufschreiben verschickt wurden. Die Verjährung betrifft allerdings nur Fahrzeuge der Marken VW, Audi, Seat und Skoda mit dem als „Schummeldiesel“ bekannt gewordenen Motor EA 189. Bei Fahrzeugen mit dem Nachfolgemotor EA 288 oder auch dem größeren 3-Liter-Dieselmotor (VW Touareg) droht noch keine Verjährung der Ansprüche, da Betroffene erst im Jahr 2018 frühestens Kenntis hätten haben können. So verjähren insbesondere Ansprüche für den T6, für den T5 und den Touareg frühestens zum31. Dezember 2020.

Checkliste Verjährung 2019

Sie können noch etwas unternehmen, falls folgende Bedingungen erfüllt sind:

  • – Wenn Sie einen EA 189 2016 gekauft haben und nachweislich keine Kenntnis von der Betroffenheit Ihres Diesels hatten, oder im guten Glauben handeln mussten, dass der Skandal keine Auswirkungen hat.
  • – Wenn Sie einen Diesel mit einem EA288-Motor fahren oder einen Touareg mit Schadstoffklasse 6

Warum die “neue” Verjährungsfrist?

Da der Abgasskandal im September 2015 öffentlich wurde, war aufgrund der dreijährigen Verjährungsfrist zunächst davon ausgegangen worden, dass Schadensersatzansprüche Ende 2018 verjähren. Dem ist allerdings nicht so. Entscheidend für die Verjährung der Ansprüche ist der Zeitpunkt, an dem die Halter Kenntnis davon hatten, dass ihr Fahrzeug von den Abgasmanipulationen betroffen ist. In der Rechtsprechung hat sich inzwischen herauskristallisiert, dass diese Kenntnis nicht durch die öffentliche Berichterstattung vorausgesetzt werden kann, sondern erst durch das Rückruf-Schreiben des Fahrzeugherstellers an den Fahrzeughalter. Über den Rückruf ihres Fahrzeugs wurden die Halter in der Regel erst im Jahr 2016 informiert. Heißt: Schadensersatzansprüche können in diesen Fällen bis zum 31. Dezember 2019 geltend gemacht werden.

Chancen auf erfolgreiche Klagen im VW-Abgasskandal

Die Chancen, Schadensersatzansprüche gegen VW durchzusetzen, stehen besser denn je. Nicht nur die Landgerichte entscheiden überwiegend, dass sich VW aufgrund der Abgasmanipulationen schadensersatzpflichtig gemacht hat, sondern auch diverse Oberlandesgerichte, z.B. das OLG Köln, OLG Koblenz oder OLG Karlsruhe haben inzwischen entschieden, dass VW die Käufer vorsätzlich sittenwidrig geschädigt hat und Kläger einen berechtigten Anspruch auf Schadensersatz habe.

Folglich können Schadensersatzansprüche, z.B. auf Rückabwicklung des Kaufvertrags geltend gemacht werden. Dann erhält der Käufer den Kaufpreis gegen Rückgabe des Fahrzeugs zurück. Ob VW eine Nutzungsentschädigung für die gefahrenen Kilometer angerechnet werden kann, wird von den Gerichten bislang unterschiedlich entschieden.

Verfahren im Abgasskandal sind Einzelfälle

Interessant ist in dem Zusammenhang der Verjährung von Schadensersatzansprüchen bei Fahrzeugen mit dem Motor EA 189 auch ein Urteil des Landgerichts Düsseldorf vom 31.Juli 2019 (Az.: 7 O 166/18). Das Gericht entschied, dass ein VW Tiguan mit dem Motor EA 189 auch nach dem Software-Update eine unzulässige Abschalteinrichtung in Form eines sog. Thermofensters enthielt. Das würde bedeuten, dass auch über den 31.12.2019 hinaus noch Schadensersatzansprüche geltend gemacht werden können.

Oder besser den Widerrufsjoker ziehen?
Fehlerhafte Vertragsbedingungen machen den Widerruf der Autofinanzierung möglich.

Unzulässige Abschalteinrichtung beim Nachfolgemotor EA 288 Euro 6

Der EA 288 ist der Nachfolgemotor des EA 189 und wurde seit 2012 bei Diesel-Fahrzeugen der Marken VW, Audi, Seat und Skoda mit einem Hubraum bis 2 Litern verbaut. Nach Recherchen des SWR hat VW auch beim Motor EA 288 mit der Abgasnorm Euro 6 eine unzulässige Abschalteinrichtung verwendet.

Der SWR beruft sich dabei auf interne VW-Unterlagen, die dem Sender vorliegen. Demnach wurde bei dem Motor eine Software verwendet, die erkennt, ob sich das Fahrzeug im Prüfmodus befindet. Diese sog. Zykluserkennung sorge dann dafür, dass auf dem Prüfstand eine ausreichende Menge AdBlue zur Abgasreinigung eingespritzt wird, während die Zufuhr im realen Straßenverkehr reduziert wird.

VW dementiert erwartungsgemäß den Vorwurf, eine unzulässige Abschalteinrichtung verwendet zu haben. Für Rechtsanwalt Dr. Ingo Gasser deutet allerdings vieles darauf hin, dass sich der VW-Abgasskandal auch beim Motor EA 288 fortsetzt. Dementsprechend können auch hier Schadensersatzansprüche geltend gemacht werden.

Mehr Informationen zum EA 288 hier nachlesen

VW Touareg 3,0 Liter Diesel Euro 6

Auch der VW Touareg mit 3-Liter-Dieselmotor und der Abgasnorm Euro 6 wurde vom Abgasskandal erfasst. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) ordnete daher am 8. Dezember 2017 einen verpflichten Rückruf für das Modell an. Die Behörde hatte beim VW Touareg 3,0 l Diesel Euro 6 gleich zwei unzulässige Abschalteinrichtungen nachgewiesen. So sprang einerseits im Prüfzyklus NEFZ eine sog. schadstoffmindernde Aufwärmstrategie an, die im realen Straßenverkehr überwiegend nicht aktiviert ist. Zudem wurde bei Fahrzeugen mit SCR-Katalysator eine Strategie eingesetzt, die die Nutzung von AdBlue unter bestimmten Bedingungen unzulässig einschränkt.

Das KBA ordnete eine verpflichtenden Rückruf an, um die unzulässigen Abschalteinrichtungen zu beseitigen. Betroffen von dem Rückruf sind weltweit ca. 57.600 Fahrzeuge, davon etwa 25.800 in Deutschland.

„Ähnlich wie bei Fahrzeugen mit dem Motor EA 189 hat VW auch mit dem Touareg ein Fahrzeug mit einer unzulässigen Abschalteinrichtung in den Verkehr gebracht und die Kunden getäuscht. Daher können auch hier Schadensersatzansprüche geltend gemacht werden. Entsprechende Gerichtsurteile liegen bereits vor“, sagt Rechtsanwalt Dr. Gasser.

Der Motor wurde nicht nur beim Touareg, sondern auch beim Porsche Macan, Porsche Cayenne und diversen Audi-Modellen eingesetzt. Auch hier können Schadensersatzansprüche geltend gemacht werden.

Begleitung im Musterverfahren
Das Musterfeststellungsverfahren ist kein Selbstläufer – nach Abschluss müssen Sie Ihre Forderungen individuell durchsetzen.

Und was sagt Volkswagen dazu?

Wie bereits bekannt, führt Volkswagen auf Anordnung des deutschen Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) in Europa einen verpflichtenden Rückruf für Fahrzeuge mit dem Diesel-Motor EA189 durch, ebenso für den Touareg der Schadstoffklasse 6 und den VW-Bulli T6 der Schadstoffklasse 6 mit EA288 Motor. Europaweit sind rund eine halbe Million Fahrzeuge Teil der aktuellen Rückrufaktionen.

Einzelne Modelle hier aufzulisten macht wenig Sinn, da durch die Betroffenheit der Motoren der Abgasskandal auf nahezu alle Modelle erstreckt. Es gibt Zweifelsfälle wie z.B. der T5 – aber auch hier gehen wir als Klägervertreter von einer glasklaren Betroffenheit aus.

Nutzen Sie die kostenlose Erstberatung hinsichtlich Ihrer Gewährleistungs- und Schadensersatzansprüche. Rechtsanwalt Dr. Ingo Gasser vertritt bundesweit bereits zahlreiche geschädigte Volkswagen-Dieselkäufer. Hier erfahren Sie umgehend, ob Ihnen Ansprüche zustehen. Es ist Ihr erster Schritt zur zügigen Durchsetzungen Ihrer Rechte. Senden Sie eine E-Mail mit Ihrer Telefonnummer. Rückruf folgt.



Rechtsanwalt Dr. Ingo Gasser

Holstenstraße 43

24103 Kiel

0431/ 99 69 70 80

info@ingogasser.de