Anleger der insolventen bc connect GmbH können jetzt ihre Forderungen beim Insolvenzverwalter anmelden. Das Amtsgericht Chemnitz hat das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Gesellschaft am 15. März 2022 regulär eröffnet (Az.: 314 IN 1922/21).

Nach der Eröffnung des regulären Insolvenzverfahrens können die Gläubiger ihre Forderungen beim Insolvenzverwalter bis zum 18. Mai 2022 anmelden. Das gilt auch für die Anleger, die der bc connect GmbH Nachrangdarlehen gewährt haben und denen große finanzielle Verluste drohen.

Stolperstein könnte für die Anleger der in den Darlehensverträgen vereinbarte Nachrang ihrer Forderungen sein. Dadurch treten die Forderungen der Anleger hinter die Ansprüche der Gläubiger zurück. „Es spricht jedoch einiges dafür, dass die Nachrangklausel unwirksam vereinbart wurde und die Forderungen der Anleger im Insolvenzverfahren daher gleichrangig behandelt werden“, sagt Rechtsanwalt Dr. Ingo Gasser.

So hat die BaFin der bc connect Ende 2021 die Einstellung und Abwicklung ihres unerlaubt betriebenen Einlagengeschäfts aufgegeben. Grund dafür ist laut Mitteilung der BaFin, dass die bc connect auf der Grundlage von Darlehensverträgen unbedingt rückzahlbare Anlegergelder angenommen hat, ohne über die erforderliche Erlaubnis dafür zu verfügen. „Die Abwicklungsanordnung der BaFin legt nah, dass die Nachrangklausel unwirksam ist. Anleger sollten es daher keinesfalls versäumen, ihre Forderungen beim Insolvenzverwalter anzumelden“, so Dr. Gasser. Positiv für die Gläubiger im Insolvenzverfahren könnte sich auswirken, dass die Staatsanwaltschaft nach Medienberichten Vermögenswerte sichergestellt haben soll.

Dennoch müssen die Anleger weiterhin mit finanziellen Verlusten rechnen. Um diese aufzufangen, kann auch die Geltendmachung von Schadenersatzansprüche geprüft werden. „Nachrangdarlehen sind hochriskante Geldanlagen, bei denen den Anlegern der Totalverlust ihres investierten Geldes drohen kann. Über diese Risiko hätten die Anlageberater bzw. -vermittler aufklären müssen. Haben sie ihre Informationspflicht nicht ordnungsgemäß erfüllt, können sie sich schadenersatzpflichtig gemacht haben“, so Rechtsanwalt Dr. Gasser.

Da die bc connect offensichtlich Einlagengeschäfte ohne die erforderliche Erlaubnis der BaFin betrieben hat, können zudem Schadenersatzansprüche gegen die Unternehmensverantwortlichen wegen Verstoßes gegen das Kreditwesengesetz in Betracht kommen.

Mehr Informationen: https://www.ingogasser.de/bank-und-kapitalmarktrecht/

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